Copyright Tipps für WordPress

Copywright für WordPress
22. Mai 2024

Schütze deine Inhalte richtig vor Diebstahl

Das Urheberrecht in Deutschland schützt deine Inhalte und spricht dir das Recht zu, diese zu vervielfältigen. Aber wie genau lässt sich das Copyright auf eine Webseite beziehen? 

 

Insbesondere im Internet können Inhalte und Medien durch Dritte rasend schnell genutzt und weiterverbreitet werden. Leider ist dieser Prozess, gerade auch durch die zunehmende Verwendung von KI-Tools, nicht aufzuhalten. Umso wichtiger ist es heutzutage, deine eigenen Ideen zu deiner Markenidentität zu machen.

 

Wir schauen uns deshalb einmal genauer an, wie du Copyright für deine WordPress Webseite nutzen und deine Inhalte schützen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Copyright?

Copyright beschreibt auf Deutsch das Urheberrecht und ist ein gesetzliches Konzept, das den Schöpfern von Originalwerken das exklusive Recht gewährt, diese zu verwenden und zu vervielfältigen.

 

Es schützt kreative Werke wie Literatur, Musik, Kunst, Filme, Software und andere Ausdrucksformen, indem es den Urhebern das ausschließliche Recht gibt, ihre Werke zu reproduzieren, zu verbreiten, öffentlich aufzuführen, anzuzeigen und abgeleitete Werke zu erstellen.

 

Copyright für Webseiten

Kontextuell betrachtet, bedeutet ein Copyright für Webseiten, dass du das Recht hast, das Eigentum und die Kontrolle über die Inhalte deiner Webseite zu haben. Dies bedeutet, dass du als Schöpfer der Inhalte (Text, Bilder, Videos, Grafiken usw.) das ausschließliche Recht hat, diese zu verwenden und zu verbreiten. Also im Grunde nichts Neues.

 

Das Urheberrecht bezieht sich allerdings auf den spezifischen Ausdruck bzw. die Umsetzung von Ideen und nicht auf die Idee selbst. Das bedeutet beispielsweise, dass deine spezifische Darstellung oder Ausdrucksweise geschützt sind, nicht aber die Idee an sich oder deren Konzepte.

Das Problem mit dem Urheberrecht

Das Grundproblem liegt darin, dass beim Copyright zwar deine individuellen Inhalte geschützt sind, nicht aber der Grundgedanke dahinter.

 

Das bedeutet, wenn du eine Grafik baust und damit eine Vorgehensweise erklärst, kann jemand theoretisch deine Grafik 1:1 nachbauen. Solange er nur einige Details, leichte Farbveränderungen oder ähnliches vornimmt, nützt dir das Urheberrecht leider nichts. Übernimmt er deine Grafik von deiner Webseite, ohne etwas daran zu ändern, kannst du allerdings dagegen vorgehen.

Technische Optionen zum Schutz deines geistigen Eigentums

Ein Großteil deiner digitalen Inhalte sind zwar in gewisser Form durch das Copyright geschützt. Der Nachweis darüber, dass dieses Recht verletzt wurde und dein geistiges Eigentum digitaler Piraterie unterlegen ist, kann aber zu einer langwierigen Angelegenheit werden. Deswegen gibt es technische Möglichkeiten, deine Inhalte etwas mehr zu optimieren.

 

Technische Schutzmaßnahmen

Du kannst technische Schutzmaßnahmen verwenden, um den Zugriff auf deine Inhalte zu überwachen. Dazu gehören zum Beispiel Tools wie Digital Rights Management (DRM) oder Content Delivery Networks (CDNs).

 

Die Digital Rights Management Software funktioniert wie eine Barriere, zwischen dem Inhalt, der geschützt werden soll und der Person, die diese verwenden will. Nutzungsberechtigungen können über das DRM-Tool über verschiedene Wege eingeschränkt werden. Sie hilft dir dabei, diverse Zugriffe bzw. Kopier-Methoden zu verhindern:

  • verhindern von Bearbeitungen
  • Teilen
  • Mitschneiden
  • Speichern
  • Drucken von Dateien
  • Sperren von Dokumenten für bestimmte IP-Adressen oder Standorte
  • Wasserzeichen in Dateien

 

Zu den bekanntesten und gängigsten Verhinderungs-Methoden gehören virtuelle private Netzwerke (der sog. VPN), Softwarelizenzen und -schlüssel, Proxy-Server, Benutzerauthentifizierung und IP-Authentifizierungsprotokolle. 

 

Das Content Delivery Network (CDN) ist ein Netzwerk von verteilten Servern, die zusammenarbeiten, um die Bereitstellung von Inhalten an Endnutzer basierend auf deren geografischem Standort zu beschleunigen. Das Hauptziel eines CDN ist es, die Ladezeit von Webseiten und anderen internetbasierten Inhalten zu reduzieren, die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit zu erhöhen und die Leistung der Internetverbindungen zu verbessern.

 

Ein CDN funktioniert, indem es Kopien von Inhalten (wie Webseiten, Bilder, Videos und andere Dateien) auf verschiedenen Servern speichert, die weltweit verteilt sind. Wenn ein Nutzer auf eine Webseite zugreift, wird der Inhalt von dem Server geliefert, der geografisch am nächsten ist. 

 

Ein richtig konfiguriertes CDN kann außerdem, dazu beitragen, Webseiten gegen DDoS-Attacken abzusichern. CDNS helfen dir bei dem Schutz deiner Inhalte, indem sie:

  • DDoS-Attacken verhindern können
  • TLS/SSL-Verschlüsselung unterstützen und darüber sensible Daten schützt, sowie das Risiko von Man-in-the-Middle-Angriffen senkt
  • Zugangskontrollmechanismen anbieten. Dazu zählen beispielsweise IP-Whitelisting, Geoblocking uvm.
  • Schutz vor Bots und Scraping implementieren, die Inhalte kopieren und Webseiten überlasten wollen.

 

Markenrecht

Wenn du Logos, Slogans oder andere Marken(namen) auf deiner Webseite verwendest, solltest du sicherstellen, dass diese markenrechtlich geschützt sind und natürlich von anderen Unternehmen verwendet werden. Das kannst du durch die Eintragung deiner Marke beim entsprechenden Markenamt erreichen und du ersparst dir möglicherweise teure Abmahnungen.

 

Patentieren von Innovationen

Wenn du eine neue Erfindung oder einen innovativen Prozess hast, der auf deiner Webseite vorgestellt wird, solltest du überlegen, ein Patent anzumelden, um diesen zu schützen.

Einfache Tricks für mehr Coypright bei WordPress

Es gibt natürlich ein paar einfache Tricks, mit denen du deine Inhalte sicherer und schwerer zugänglicher machst. Wer aber deine Inhalte stehlen will, findet meist einen Weg dazu. Folgende Tipps kannst du jedoch schnell in deine Inhalte integrieren:

 

  • Gehe sicher, dass deine Inhalte wirklich von dir stammen – Bei Blogbeiträgen oder Artikeln lässt es sich natürlich nie ganz verhindern, ordentlich zu recherchieren und dir zu spezifischen Themen Informationen von anderen einzuholen. Gründest du aber dein eigenes Business, sollten die Darstellungen und Inhalte von dir selbst stammen bzw. für dein Unternehmen konkret angefertigt werden. Verzichte darauf, Grafiken, Fotos Texte bei anderen zu kopieren. Langfristig schadet das nicht nur deinem, sondern auch anderen Unternehmen, vor allem da Google Duplikate erkennen kann. Im schlimmsten Fall kannst du hier außerdem Probleme mit Urheberrechtsverletzungen bekommen und das kann teuer werden.
  • Füge Copyright Hinweise hinzu – Unerlässlich sind natürlich Copyright Hinweise auf deiner Webseite. Damit informierst du andere Besucher über das Urheberrecht deiner Inhalte. Füge dazu gerne das Copyright-Symbol ©, das aktuelle Jahr und den Namen deines Unternehmens auf deiner Webseite ein. Das wird meist am Footer der Seite platziert.
  • Erstelle Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien – auch das gehört überwiegend zum Standard einer jeden Webseite. Nichstdestotrotz lohnt es sich, klare Bedingungen für die Informationen auf deiner Webseite zu formulieren. Darüber kannst du bestimmen, welche Inhalte in welcher Form genutzt werden dürfen, zum Beispiel Logos für Pressearbeiten etc. Das hilft dir deine Interessen und Rechte zu schützen.
  • Wasserzeichen und digitale Signaturen einfügen – Für visuelle Inhalte, wie Fotos und Grafiken lohnt es sich Wasserzeichen oder Signaturen zu hinterlegen. Am besten eignen sich diese an Stellen, die nicht einfach herausgeschnitten werden können. Dieser Schritt hilft dir allerdings auch nur dann, wenn jemand eine direkte Kopie oder Screenshot deines Inhaltes aufnimmt. Wird deine Video-, Foto- oder Grafik-Idee eins zu eins übernommen und nachgebaut, kannst du das leider nicht verhindern. 
  • Plagiats Überwachung – es gibt Tools, mit denen du feststellen kannst, ob deine Inhalte ohne Erlaubnis kopiert wurden. Das sind zum Beispiel Tools wie Copyscape. Über Copyscape kannst du nicht nur überwachen, ob jemand deine Inhalte stiehlt, sondern auch deine eigenen Inhalte auf Plagiate überprüfen lassen.
  • Recht Maustaste für Bilder blockieren – Rechtsklick, Bild speichern unter … kennt jeder von uns. Um ein Speichern von deinen Bildern zu verhindern, kannst du die rechte Maustaste auf deiner Webseite blockieren. Dazu kannst du den folgenden HTML-Code verwenden, der in deinem Head-Tag eingebunden werden kann:

 

<script>document.addEventListener('contextmenu',function(e){e.preventDefault();e.stopPropagation();});document.addEventListener('copy',function(e){e.preventDefault();e.stopPropagation();});document.addEventListener('cut',function(e){e.preventDefault();e.stopPropagation();});</script><style>.jw-album-image img, .jw-element-image img { pointer-events: none; -webkit-touch-callout: none; }.pswp__share-tooltip .pswp__share--download { display: none; }</style>

KI-Crawler – blockieren oder zulassen?

Die heutigen KI-Crawler wie ChatGPT durchsuchen Inhalte und geben sie in veränderter Form wieder. Eine Zeit lang wurden diese ohne Quellenangaben angegeben, was zumindest ChatGPT mittlerweile geändert hat. Zu allen Informationen, die du über ChatGPT suchst, gibt ChatGPT die dazugehörige Webseiten-Quelle an.

 

Das ist sehr wichtig, um die Inhalte und Gedanken anderer zu schützen. 

Falls du nicht möchtest, dass KI-Crawler auf deine Inhalte zugreifen können, kannst du diese blockieren. Dieser Schritt ist allerdings mit Vorsicht zu genießen und sollte gut überlegt sein.

 

Vorteile von KI-Crawlern blockieren

  • du behältst die Kontrolle über dein geistiges Eigentum und deine Inhalte
  • Optimierung der Serverauslastung – jeder Bot, der deine Webseite crawlt, belastet deinen Server. Diese zu blockieren spart also Server Ressourcen auf deiner Webseite.
  • Schutz vor falschen Aussagen – die KI könnte Inhalte von deiner Webseite in einen falschen Kontext setzen oder diese falsch wiedergeben. Das schützt dich im besten Fall vor unerwünschten Assoziationen oder irreführenden Aussagen von bzw. über dein Unternehmen.

 

Nachteile von KI-Crawlern blockieren

  • sinkende Sichtbarkeit für Suchmaschinen – durch das Blockieren von Crawlern kann die SEO Sichtbarkeit deines Unternehmens leiden, da du so nicht oder nur bedingt bei Google auffindbar wirst.
  • Einschränkung der KI-Entwicklung – Blockierst du die KI-Crawler bzw. tun das zahlreiche Personen, kann die KI in ihrem Lern-Wachstum beeinträchtigt werden, da sie über nicht ausreichende Informationen verfügt. Schade – denn im Grunde profitieren wir mittlerweile alle von der Nutzung der KI.

 

Im Grunde ist das Blockieren von KI-Crawlern zwar eine Möglichkeit, aber faktisch gesehen für dein Unternehmen keine sinnvolle Entscheidung. Du schränkst dadurch deine eigene SEO Sichtbarkeit ein und ermöglichst es KI nicht, sich ausreichend weiterentwickeln zu können. Über das Blockieren der KI-Crawler hast du zwar die Möglichkeit, dein Eigentum etwas mehr zu schützen, aber nachhaltig wird die Option nicht sein. Kosten-Nutzen stehen hierbei in einem fragwürdigen Verhältnis.

 

Da KI’s mittlerweile die Quellen ihrer Informationen angeben, liegt es also eher am Benutzer, die Inhalte anderer ordentlich wiederzugeben, als an der KI selbst.

 

*Diese Informationen stammen übrigens aus einem Webinar von Cassidy Jensen, VIP Publisher Success Manager bei Ezoic, zum Thema Content-Schutz und KI.

💡Schon gewusst?

Bekannte, große Medienunternehmen wie die New York Times verhandeln aktuell mit KI-Firmen über Lizenzen und Preise ihrer Informationen. Diese Verhandlungen schaffen somit zukünftige Präzedenzfälle für den Schutz von Inhalten und Daten in der digitalen Welt. 

 

Hierbei handelt es sich primär um kostenpflichtige Lizenzen zur Freigabe von Informationen an KI-Nutzer bzw. an KI-Tools. Der hierbei angestoßene Diskurs ist allerdings längst nicht geklärt. Die New York Times hat Informationen zufolge, ihre Nutzungsbedingungen im Hinblick auf die Nutzung von KI-Tools angepasst. Demnach dürfen KI-Bots nur noch nach schriftlicher Genehmigung Daten der New York Times sammeln.

Was kann ich noch zum Schutz meiner Inhalte tun?

Wenn du die oben genannten Punkte in deine Webseite integrierst, bist du bereits gut daran, deinen Content vor virtueller Piraterie zu schützen. Nichtsdestotrotz kann es vorkommen, dass du deine Ideen woanders wiederfindest. 

 

Natürlich ist das extrem ärgerlich, da du sicher viel Aufwand, Zeit und Liebe zum Detail in deine Inhalte investiert hast. Deswegen empfehlen wir dir im Falle einer (vermuteten) Urheberrechtsverletzung die Situation einmal von rechtlicher Seite begutachten und prüfen zu lassen.

 

Wie bereits erwähnt, fallen Ideen und Konzepte nicht unter das Urheberrechtsgesetz, weswegen du nicht immer rechtlich gegen kopierte Inhalte vorgehen kannst. Selbst, wenn es noch so auffällig zu sein scheint.

 

Von unserer Seite aus können wir dir daher nur empfehlen, deine Inhalte so auf dein CI anzupassen, dass sie einen gewissen Wiedererkennungswert besitzen. Lasse deine individuellen Inhalte zu deiner Markenidentität werden und es wird schwer sein, diese zu kopieren.

 

*Wir sind und ersetzen keine professionelle Rechtsberatung. Die Inhalte bieten also lediglich einen Einblick in mögliche Optionen.

Fazit

Es steht für uns außer Frage, dass die Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen, langfristig der einzige Weg zum Erfolg ist bzw. sein kann. Zudem ist dies auch ein Akt von Respekt, dir und der eigenen Konkurrenz gegenüber.

 

Eigene Inhalte zu schützen, ist zu Zeiten des Internets sehr schwierig geworden und kann leider nicht in Gänze umgesetzt werden. Vor allem, da das Urheberrecht lediglich direkte Darstellungen oder Formulierungen, nicht aber die Ideen an sich schützt. Was an erfolgreichen Plattformen, wie Snapchat, Instagram und TikTok schon seit Jahren im großen Stil beobachtet wird, trifft aber leider auch täglich kleinere Unternehmen, deren Business-Ideen geklaut und kopiert werden.

 

Unsere Empfehlung ist daher, bleib bei dir und deinen eigenen Inhalten. Lasse deine Ideen so zu deiner Markenidentität werden, dass du nicht so einfach kopiert werden kannst.

 

Solltest du von einem solchen Fall betroffen sein, empfehlen wir dir, mit einem professionellen Rechtsberater in den Austausch zu gehen.* 

 

*Wir sind keine Rechtsberater und ersetzen auch keine professionelle Rechtsberatung durch fachkundige und geschulte Personen. Unser Inhalte dienen lediglich dem Aufzeigen von Möglichkeiten und Optionen.

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Johanna

Eine Antwort

  1. Was für ein informativer Beitrag über den Schutz von Inhalten im Internet! Gerade in Zeiten, in denen die Nutzung von KI-Tools zunimmt, ist es wichtig, sich über die verschiedenen Schutzmechanismen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren. Deine detaillierten Erklärungen zu technischen Schutzmaßnahmen wie DRM und CDN sowie deine Tipps zur Nutzung von Copyright-Hinweisen und Plagiatsüberwachung sind besonders hilfreich. Auch die Diskussion über die Vor- und Nachteile der Blockierung von KI-Crawlern regt zum Nachdenken an. Vielen Dank für diesen umfassenden Leitfaden – er wird sicherlich vielen Website-Betreibern helfen, ihre Inhalte besser zu schützen!

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