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Besteht deine Webseite den Core Web Vitals Test oder gibt es Handlungsbedarf? – CWV-Serie 2/5:

In meinem Artikel vom April habe ich das Thema PageSpeed und die zunehmende Bedeutung für SEO bereits angesprochen. Wie ihr sicher mitbekommen habt, werden die neuen PageSpeed-Metriken, also die Core Web Vitals in wie angekündigt ab Mitte Juni sukzessive zum Rankingfaktor für Google. In diesem Artikel schauen wir uns nun die unterschiedlichen Tools und Datenquellen für die Web Vitals an und ich zeige wie man herausfinden kann, ob überhaupt Handlungsbedarf in Sachen PageSpeed-Optimierung besteht.

So findest Du heraus, ob bei Deiner Webseite Handlungsbedarf besteht:

Wie Du vielleicht selbst schon festgestellt hast, gibt es mittlerweile unzählige Tools mit denen man die Core Web Vitals einer Webseite überprüfen kann. Manche überprüfen eine Webseite live und berechnen die sogenannten Laborwerte (Lab Data), andere bedienen sich bei den aufgezeichneten Felddaten aus den Google Chrome User Experience Reports (Field Data). Einige davon zeigen beide an.

Doch welche Daten sind wirklich relevant für das Ranking bei Google?

Und welche Werte muss man erreichen, um beim kommenden User Experience Update nicht abgestraft zu werden oder sogar einen Rankingvorteil zu erhalten?

Wie sich herausgestellt hat, sind diese beiden Fragen aktuell gar nicht so einfach zu beantworten. Aber fangen wir zunächst einmal damit an, was wir wissen:

1.) Fürs Ranking zählen die Feld-Daten echter Besucher

Im neuen Q&A schreibt Google auf die Frage: Woher stammen die Core Web Vitals-Daten, die die Suchalgorithmen berücksichtigen?

Die Daten stammen aus dem Chrome User Experience Report, der auf tatsächlichen Benutzerbesuchen und Interaktionen mit Webseiten basiert (auch bekannt als Felddaten). Zur Klarstellung: Die Daten werden nicht auf Basis von Laborsimulationen von ladenden Seiten oder auf Basis der Besuche eines nicht-menschlichen Besuchers wie Googlebot berechnet.

Das heißt übrigens, dass viele Tools wie zum Beispiel GTmetrix nicht geeignet sind, einen Handlungsbedarf festzustellen. Denn obwohl GTmetrix seit November 2020 auch auf Lighthouse und die Core Web Vitals aufbaut, werden dort ausschließlich Labordaten gemessen, die wenig Aussagekraft bezüglich echter Nutzererfahrungen haben!

Wenn es um echte Felddaten geht, bedienen sich alle Tools derselben Datenquelle, nämlich des angesprochenen Chrome User Experience Reports. Dieser stützt sich auf reale Messungen der wichtigsten Metriken zur Benutzererfahrung (Core Web Vitals), die von echten Benutzern gesammelt werden, welche sich für die Synchronisierung ihres Browserverlaufs entschieden haben und die Erstellung von Nutzungsstatistiken aktiviert haben. Die darüber gesammelten Daten werden von Google beispielsweise im PageSpeed Insights Tool verwendet und in einem öffentlichen Google BigQuery-Projekt in Form von Rohdaten unter CC BY 4.0-Lizenz zur Verfügung gestellt.

 

Allerdings werden diese Daten nur monatlich aktualisiert und stets mit 14 Tagen Verzögerung veröffentlicht. Das bedeutet, dass die Zahlen aus dem Mai, erst am 15. Juni verfügbar sein werden. Das betrifft damit sämtliche Tools, die Felddaten anzeigen, beispielsweise der Core Web Vitals Bericht im SEO-Tool SISTRIX, oder auch dem sehr empfehlenswerten WebPageTest.org.

 

Zudem sind in den BigQuery-Datenbanken Felddaten zu nur etwa 800.000 Domains weltweit enthalten, was nur einen relativ kleinen Ausschnitt des Internets darstellen dürfte. Für viele kleinere Domains oder gar Unterseiten lassen sich keine Daten abrufen. Leider veröffentlicht Google auch keinerlei Informationen darüber, ab welcher Stichprobe eine URL in den Daten auftaucht oder was passiert, wenn für eine URL nicht genügend Felddaten vorliegen. Das wird sich hoffentlich mit dem Rollout des Page Experience Updates von Mitte Juni bis Ende September klären.

Eine Sache kann ich dazu jedoch bereits jetzt sagen:

2.) Die besten Felddaten erhält man in der Search Console

Anders als im öffentlichen Google Chrome User Experience Report, zeigt sich Google bei den Daten in der Search Console sehr viel transparenter und offener. Dort findet man selbst für kleinere Webseiten mit wenig Traffic bereits aussagekräftige Daten, schließlich geht Google davon aus, dass diese nur der Inhaber oder andere autorisierte Personen einsehen können.

Selbst spezifische Auswertungen für einzelne URLs lassen sich über den Core Web Vitals Bericht in der Google Search Console entnehmen. Ein weiterer Vorteil der Search Console: Diese tauchen dort mit nur einem Tag Verzögerung nahezu in Echtzeit auf! Für eine Analyse im Detail ist das natürlich immer noch eine lange Zeit, aber zumindest kann man so doch zeitnah sehen, ob eine vorgenommene Optimierung den gewünschten Effekt auf die Nutzerfahrung der Besucher hatte und gegebenenfalls noch einmal nachbessern.

Auf der Übersichtsseite findet man die Daten der letzten 90 Tage zu allen relevanten URLs, inklusive der Bewertung nach dem Ampelsystem rot = schlecht, orange = zu optimieren und grün = gut:

Core Web Vitals Bericht in Googles Search Console
Core Web Vitals Bericht in Googles Search Console

Wenn man sich einen solche Report genauer anschaut, wird man feststellen, dass nicht für jede einzelne URL individuelle Werte vorliegen. , aber die nach Problemen zusammengefassten Reports für die gezielte Optimierung hinreichend detailliert sind. Das heißt, Google fasst URLs mit denselben Problemen auf Template-Basis zusammen und liefert für eine Gruppe betroffener URLs maximal 20 Beispiel-URLs.

Fazit:

Wenn man nun eine Webseite auf mögliche Probleme im Ranking, im Zusammenhang mit den Web Vitals hin untersuchen möchte, benötigt man also definitiv Zugriff auf deren Daten in der Search Console von Google. Von außen lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob Google ein Problem mit der Nutzererfahrung haben könnte.

Falls in der Search Console alle URLs auf grün stehen, besteht demnach definitiv kein Handlungsbedarf.

Für rote und orangene URLs würde ich eine Optimierung definitiv empfehlen.

Was genau mit diesen URLs nach dem Page Experience Update passiert, kann derzeit leider niemand vorhersagen. Wenn man den Aussagen von Google der letzen Wochen und Monate jedoch gelauscht hat, darf man davon ausgehen, dass URLs, deren Core Web Vitals Werte schlechter als deren Konkurrenz sind – zumindest bei vergleichbarer Relevanz und Qualität – in Zukunft das Nachsehen haben dürften und im Ranking nach unten sortiert werden.

Google schreibt dazu explizit:

Ein gutes Seitenerlebnis hat keinen Vorrang vor großartigen, relevanten Inhalten.

(…)

Wenn es mehrere Seiten mit ähnlicher Qualität und ähnlichem Inhalt gibt, kann es sein, dass die Seiten mit dem besseren Seitenerlebnis besser abschneiden als die ohne.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man sich derzeit wohl selbst bei schlechten Werten keine allzugroßen Sorgen machen braucht, dass man durch das Update einen signifikanten Rückgang der Rankings erleidet. Aber insbesondere Verlage sollten sich laut Google darauf konzentrieren, Verbesserungen in Sachen PageSpeed mit einer höheren Priorität als bisher anzugehen. Richtigerweise weist man darauf hin, dass die Latte weiter angehoben wird, wenn mehr und mehr Webseiten ihr Seitenerlebnis verbessern und die Konkurrenz irgendwann davon ziehen könnte.

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