Das WordPress Child Theme – was ist es und wie wende ich es an

Beitragsgrafik – das Child Theme
JohannaVon Johanna|15. Januar 2024

Definition, Anpassungsmöglichkeiten uvm.

Das Child Theme ist eine nützliche Ergänzung für dein Haupttheme bei WordPress. Dabei ist das Child Theme eine Kopie des Original-Themes, bei dem gesondert Funktionen oder Dateien hinzugefügt werden, ohne das Haupttheme zu beeinflussen.

 

Alle Details rund um das Child Theme und wie du es verwendest, kannst du jetzt hier nachlesen.

1. Was ist ein WordPress Child Theme?

Ein Child Theme ist eine Kopie deines aktuellen WordPress Themes, dass du auf deiner Webseite verwendest. Über das Erstellen einer Kopie hast du die Möglichkeit, dein Theme anzupassen, ohne dass Änderungen durch Update Änderungen verloren gehen.

 

Im Grunde bietet dir das Child Theme die Option, verschiedene Einstellungen und Anpassungen gefahrenlos zu testen. Beispielsweise kannst du über das Child Theme, die CSS- oder PHP-Dateien verändern. Würdest du diese an deinem aktuellen Theme durchführen, würden diese mit dem nächsten Update überschrieben und verloren gehen. Das Child-Theme schafft hier Aushilfe und sorgt dafür, dass deine Änderungen erhalten bleiben.

 

Bei der Aktivierung des Child-Themes wirst du feststellen, dass du damit hauptsächlich CSS- und PHP-Dateien bearbeiten kannst. Hier kannst du aber auswählen, welche Funktionen du über das Child-Theme genau vornehmen möchtest.

 

Dein aktuelle Live Theme wird in diesem Zusammenhang auch als Parent-Theme bezeichnet.

2. Für welche Anpassungen benötige ich ein Child Theme?

Das Child Theme kann für verschiedene Anpassungen verwendet werden. Zu den wichtigsten Funktionen gehören deshalb:

 

CSS-Änderungen

Das Aussehen deiner Website kannst du im CSS (Cascading Style Sheets) verändern. Durch die Anpassung im Child Theme bleiben deine Änderungen auch nach einem Theme-Update erhalten.

 

PHP-Funktionsänderungen

Auch die Funktionen in den PHP-Dateien des Themes kannst du über das Child Theme ändern oder hinzufügen. Änderungen an Dateien wie functions.php oder anderen Template-Dateien können sonst bei einem Update überschrieben werden.

 

Template-Anpassungen

Insbesondere deine Arbeiten an den Template-Dateien, wie zum Beispiel header.php, footer.php oder single.php solltest du am besten über das Child-Theme anpassen. So kannst du eigene Versionen dieser Dateien im Child Theme erstellen, die auch dauerhaft in deinem WordPress hinterlegt sind.

 

Hinzufügen neuer Funktionen

Nicht immer hat dein WordPress Theme alle Funktionen, die du benötigst. Oft kannst du einige deiner Funktionen über den WordPress Theme Customizer überarbeiten. Möchtest du über diese Möglichkeiten hinaus Einstellungen im CSS-Code oder in den PHP-Dateien verändern, lohnt es sich, diese Einstellungen über das Child Theme zu bearbeiten. Um diese sicher hinzuzufügen, kannst du das Child Theme verwenden.

 

Sicherheit und Stabilität

Die Verwendung eines Child Themes stellt sicher, dass deine Anpassungen die Kernfunktionen deines aktuellen Themes nicht stören und umgekehrt. Das dient vor allem der Stabilität und Sicherheit deiner Website.

3. Vorteile eines Child Themes

Sicherheit bei Updates – Das Parent Theme kann aktualisiert werden, ohne individuelle Anpassungen zu verlieren. Dabei bleiben die Änderungen am Child Theme allerdings bestehen, selbst wenn das Parent Theme ein Update erhält.

 

Einfache Anpassungen – Über das Child Theme hast du die Möglichkeit, Design und Funktionalität des Parent Themes anzupassen, ohne den Code direkt verändern zu müssen. Das macht Anpassungen einfacher und vor allem auch übersichtlicher.

Weniger Risiken bei Änderungen – Mit der Verwendung des Child Themes sinkt natürlich das Risiko bei Veränderungen nachhaltige Fehler zu machen. Denn Fehler im Child Theme sind unter anderem auch leichter zu identifizieren, zu beheben und betreffen nicht das Parent Theme.

 

Lernen und Experimentieren –  Für Entwickler ist das Child Theme eine tolle Option und ein praktisches Werkzeug, um sich an einem Theme auszuprobieren, zu experimentieren und um zu verstehen, wie WordPress Themes funktionieren. Gerade für Entwickler, die noch lernen, bietet das Child Theme viel Potenzial, ohne Konsequenzen neue Funktionen zu testen.

 

Kompatibilität mit Plugins – Da das Child Theme eine direkte Kopie des Parent Themes ist, bleibt auch die Kompatibilität mit den bereits verwendeten Plugins bestehen.

4. Nachteile eines Child Themes

Abhängigkeit vom Parent Theme – Das Child Theme ist natürlich als Kopie vom Parent Theme abhängig. Sollte das Parent Theme nicht mehr aktualisiert werden oder mit den WordPress Core Updates nicht mehr kompatibel sein, gilt dies natürlich auch für das Child Theme.

 

Lernkurve – Vor- und Nachteil des Child Themes ist die Komplexität der Bearbeitung. Für Anfänger kann die Erstellung und Verwaltung eines Child Themes eine Herausforderung darstellen, aber auch sehr nützlich zum Lernen sein. Trotzdem benötigst du zum Verständnis, wie Child und Parent Themes interagieren, ein gewisses Maß an WordPress-Kenntnissen.

 

Zusätzlicher Wartungsaufwand – Obwohl ein Child Theme die Wartung durch die Trennung von Anpassungen vereinfacht, bedeutet das gleichzeitig auch die Bearbeitung, Verwaltung und Aktualisierung von zwei Themes.

 

Performance – In einigen Fällen kann die Verwendung eines Child Themes die Ladezeiten deiner Webseite etwas verschlechtern, da WordPress sowohl das Parent Theme als auch das Child Theme mit seinen Anpassungen im Hintergrund laden muss.

 

Begrenzungen durch das Parent Theme – Nicht vorhandene Funktionen im Parent Theme müssen im Child Theme manuell hinzugefügt werden. Gibt es im Parent Theme also auch Updates in der Functions.php musst du diese leider ebenfalls von Hand ins Child Theme übertragen, da diese im Update nicht übernommen werden.

 

Übertragbarkeit – Ein Child Theme ist auf das jeweilige Parent Theme konfiguriert, da dieses ja eine Kopie darstellt. Es ist demnach nicht ganz so leicht, Anpassungen im Child Theme auf ein anderes Parent Theme zu übertragen. Hier hast du lediglich die Möglichkeit, vorhandene Code-Abschnitte wiederzuverwenden.


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5. Wie genau funktioniert das Child Theme?

Das Parent Theme und das Child Theme arbeiten im Grunde parallel zueinander. Das Child Theme ist eine Kopie und damit sozusagen eine Erweiterung des Parent Themes, wodurch dieses dieselben Funktionen, Design und Code besitzt.

 

Wenn ein Child Theme aktiviert wird, lädt WordPress zunächst das Parent Theme und anschließend das Child Theme. Das bedeutet, dass alle Funktionen, Stile und Templates des Parent Themes verfügbar sind. Aber nur sofern sie im Child Theme nicht überschrieben werden. Denn das Child Theme kann bestimmte Dateien des Parent Themes überschreiben, wie zum Beispiel style.css oder Template-Dateien wiesingle.php oder page.php. Wenn eine solche Datei im Child Theme verwendet wird, wird diese auf der Live Webseite anstelle der vorherigen Datei des Parent Themes verwendet.

 

In den allermeisten Fällen ersetzt das Child Theme das Parent Theme aber nicht vollständig. Es gilt eher als Ergänzung und wird individuell modifiziert. So kannst du Anpassungen vornehmen, ohne das ursprüngliche Theme tatsächlich zu verändern.

Mit der Aktivierung des Child Themes erkennt WordPress automatisch die Verwendung und nutzt dieses entsprechend. Konkret bedeutet das, wenn das Child Theme bestimmte Dateien nicht enthält, greift WordPress auf das Parent Theme zurück. Verwendet das Child Theme neue Dateien, werden diese von WordPress verwendet.

 

Das Child Theme und das Parent Theme arbeiten demnach gemeinsam und parallel, um das fertige Endergebnis auf deiner Webseite so zu erreichen, wie du es dir vorstellst.

6. Das WordPress Child Theme erstellen

Ein Child Theme kannst du auf zwei Wegen erstellen: manuell oder über ein Plugin. Da die manuelle Erstellung eines Child-Themes aber etwas komplexer ist, erklären wir hier die Erstellung anhand eines WordPress Plugins.

👉 Die genaue Anleitung für eine manuelle Child Theme Erstellung findest du hier bei WordPress.

 

Child Theme mit einem WordPress Plugin erstellen

Begib dich daher zunächst in dein WordPress Dashboard in den Bereich Plugin und klicke ganz oben auf Neues Plugin hinzufügen. Darüber gelangst du ins WordPress Plugin Verzeichnis. Suche hier nach dem Plugin Child Theme Configurator – dieses gehört zu den empfohlenen Child Theme Plugins.

Anschließend kannst du das Plugin wie gewohnt installieren und aktivieren.

WordPress Plugin Child Theme Configurator

Das beliebte Child Theme Configurator Plugin ist von der Firma Lilaea Media und hat bei WordPress über 300.000 aktive Installationen. Aktuell wurde es zwar noch nicht mit der aktuellen WordPress 6.4 Version getestet, trotzdem wird es regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt. Das Plugin lässt sich einfach anwenden und zielt rein auf die Erstellung eines Child Themes ab.

 

Vorteile

  • einfache Erstellung eines Child Themes
  • Fehler-Analyse deiner Einstellungen
  • Anpassung der Schriftarten
  • Kopiere Widgets, Menüs und Einstellungen in dein Child Theme
  • Verändere Farben, Hintergründe, Schriften uvm. ohne andere Elemente zu beeinflussen

 

Preis: kostenlos bei WordPress

I. Das Child Theme anwenden

Nachdem du das Plugin installiert hast, findest du das Plugin in deinem WordPress Dashboard unter Werkzeuge/ Tools. Hierüber gelangst du nun zu den Einstellungen, über die du das Child Theme erstellen kannst. So gehst du vor:

 

  • Klicke auf Neues Child Theme erstellen, wenn der Punkt noch nicht ausgewählt ist
  • Entscheide dich anschließend für ein Parent Theme, welches du kopieren möchtest
  • Klicke anschließend auf Untersuchen
  • Als nächstes scrollst du etwas nach unten, um den neuen Ordner deines Child Themes zu benennen
  • Wähle nun aus, wo die neuen Stile gespeichert werden sollen: direkt im Child Theme oder in einer separaten Formatvorlage
  • Im letzten Schritt musst du dich für ein Formatvorlagen Handling entscheiden.
  • Anschließend klickst du auf Neues Child Theme konfigurieren.
  • Zuletzt kannst du das Child Theme unter Designs aktivieren 

Ein Child Theme bei WordPress erstellen.
Nachdem du alle Einstellungen eingestellt hast, kannst du dein neues Child Theme konfigurieren lassen.

💡 TIPP

Überprüfe, ob das Child Theme richtig geladen hat. In deinem WordPress Dashboard solltest du das Child Theme im Bereich deiner Themes finden. Dieses heißt dort dann beispielsweise Hello Elementor Child – je nachdem, auf welchem Parent Theme dein Child Theme basiert.


7. Fazit

Ein Child Theme zu erstellen bzw. zu verwenden kann verschiedene Vorteile mit sich bringen. Insbesondere das ungestörte und das gefahrlose Arbeiten am Design und den Funktionen kann dein Theme deutlich verbessern. Sollte etwas schiefgehen hast du immer noch die Möglichkeit zu deinem Parent Theme zurückzukehren, ohne dass sich etwas verändert hat. So bleibt dein Theme immer sicher und du profitierst von den Theme-Updates und individuellen Anpassungen.

 

Wofür verwendest du dein Child Theme und was ist dein größter Benefit davon? ☺️