WordPress .htaccess – Tipps zum Erstellen und Bearbeiten der .htaccess-Datei in WordPress

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Die .htaccess Datei in WordPress – Was sie macht, wo du sie findest und wie sie funktioniert

Falls du WordPress-Admin bist noch keine htaccess-Datei besitzt oder diese aus Versehen gelöscht hat, kannst du sie manuell einrichten. Wie die Einrichtung funktioniert und worauf dabei zu achten ist, wollen wir dir in diesem Beitrag erklären. Natürlich geben wir dabei auch ein paar Tipps zum Besten.

Inhaltsverzeichnis

 

WordPress htaccess – was ist das überhaupt?


Eine .htaccess-Datei ist eine textbasierte Konfigurationsdatei, mit der sich Programme umkonfigurieren lassen. Im Falle von WordPress lässt sich durch das Bearbeiten der Datei das System sicherer und auch schneller machen. Es lohnt sich daher, sich mit dem Thema htaccess auseinanderzusetzen.

 

Generell kannst du über die Datei bspw.:

  • spezielle Regeln hinzufügen
  • automatische Weiterleitungen einrichten
  • von http auf https umleiten
  • Zugriff von bestimmten IP-Adressen sperren oder einschränken
  • die maximale Upload-Größe erhöhen
  • und vieles, vieles mehr

 

Wo finde ich die WordPress-Datei .htaccess? 

Mit einem FTP-Programm erhalten Nutzer Zugang zur htaccess-Datei. Sie liegt im Root-Verzeichnis von WordPress, bei dem es sich um das Hauptverzeichnis handelt.
Verwendest du einen Apache-Server, dann liegt die htaccess-Datei dort, wo auch:

 

  • der Ordner wp-admin
  • der Ordner wp-content
  • und die Datei wp-config.php

liegen. WordPress erstellt die Datei in der Regel selbst, wenn bei WordPress in den Einstellungen die Permalinks-Struktur festgelegt wird. 

htaccess finden

 

Unser Tipp: Wenn auf dem Server noch keine .htaccess liegt, einfach mal die Permalinks neu speichern (ohne Änderung), dann wird die oft Datei angelegt. Es hängt aber davon ab, ob das automatisierte Erstellen von Dateien erlaubt wurde. In diesem Fall erhalten Nutzer jedoch beim Speichern der Permalinks eine Fehlermeldung von WordPress, die darauf hinweist, dass keine .htaccess-Datei erstellt werden konnte.

Einrichtung von htaccess für WordPress 

Das manuelle Erstellen der Datei ist relativ technisch, aber mit der passenden Anleitung in nur vier Schritten erledigt. Wie diese Schritte aussehen, erklären wir nachfolgend.

 

  1. Für den ersten Schritt benötigen Nutzer einen Texteditor, der für die Bearbeitung von Dateien dieser Art ausgelegt ist. Microsoft Word funktioniert beispielsweise nicht, da hier weitere Formatierungen hinzugefügt werden. Der Nutzer erstellt nun eine Datei mit dem Namen a.htaccess (beliebiger Name, der nicht nur “htaccess” lautet.
  2. Die leere Datei wird nun via FTP-Programm im eigenen Hauptverzeichnis hochgeladen. Der Nutzer befindet sich im Hauptverzeichnis, wenn dort auch die wp-config.php liegt.
  3. Da die Datei noch einen falschen Namen hat, muss sie in die korrekte Form umbenannt werden: htaccess
  4. Der vierte und letzte Schritt bezieht sich auf die Rechtezuweisung. Die Datei ist aktuell leer und muss nun mit Code gefüllt werden. Es gibt eine Art “Standard-Format”, welches Nutzer zu Beginn einfügen können.

 

# BEGIN WordPress
RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteRule ^index\.php$ – [L]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule . /index.php [L]
# END WordPress

 

Mit diesem Code funktioniert die Datei standardmäßig. Es kann allerdings sein, dass beispielsweise bestimmte Plugins Zugang benötigen. In diesem Fall müssen die Rechte korrekt zugewiesen werden.

 

    1. Per FTP-Programm die .htaccess-Datei aufrufen.
    2. Mit der rechten Maustaste auf die Datei klicken.
    3. Dateiberechtigungen als Punkt auswählen.
    4. Beschreiben der Datei wie gewünscht zulassen.

 


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Änderungen an der .htaccess-Datei

Um sowohl Performance als auch Leistung der eigenen WordPress-Seite zu optimieren, ist die htaccess-Datei sehr wichtig. Die Bearbeitung ist an sich sehr einfach, aber leider erhöht das auch das Fehlerpotenzial. 
In einigen Fällen kann es sein, dass WordPress selbst auf die .htaccess-Datei zugreift und eigenständige Änderungen durchführt (Hier findest du unseren passenden FAQ-Artikel im Help-Center). Das ist je nach Einstellung der Fall und kann Probleme auslösen.
Wenn ein Nutzer über WordPress selbst Optimierungen vornimmt, bearbeitet das System die Datei. Es setzt beispielsweise Hinweise wie # BEGIN WordPress und # END WordPress. Für jeden, der unnötigen Code in seiner Datei vermeiden möchte, ist das ein Graus.
Der Hintergrund: Selbst, wenn der Nutzer die nicht gewünschten Zeilen entfernt, fügt WordPress sie eigenständig wieder ein. Das gilt auch für den Bereich dazwischen. Wenn dieser eigenhändig und oft mit viel Mühe optimiert wurde, WordPress dann aber eigenständig Änderungen vornimmt, kann das sehr ärgerlich sein.

WordPress den Zugang entziehen

Um das Problem zu vermeiden, können WordPress-Nutzer dem System den Dateizugang entziehen. Hierfür bieten sich verschiedene Lösungsansätze an.

  1. In der ersten Variante können die Zugriffsrechte für WordPress komplett eingeschränkt werden. Das ist simpel und effektiv, aber leider bedeutet das auch, dass WordPress auch Einschränkungen im Bereich Themes und Plugins hat. Diese Lösung ist daher nicht immer optimal.
  2. Bei der zweiten Option handelt es sich um einen Filter, der in die functions.php eingebaut wird. Auf diese Weise kann WordPress die in der htaccess-Datei enthaltenen Regeln nicht überschreiben oder stets verändern. Hierfür muss folgende Zeile eingefügt werden: add_filter(‚flush_rewrite_rules_hard‘,’__return_false‘);

 

Achtung: Bevor Änderungen an den Dateien vorgenommen werden, sollten Nutzer immer (!) ein Backup machen. Das gilt sowohl für die genannte .functions.php, aber auch für Veränderungen an der htaccess-Datei von WordPress. Ein Backup ist sehr einfach, da die Datei einfach kopiert und umbenannt werden kann.

 

Redirects mit htaccess 

 

Wenn du den bereitgestellten Code an den Anfang der .htaccess einfügst, kannst du bspw. diese Einstellungen übernehmen:

 

Redirect von einer Seite auf eine andere Seite / Aktualisierung einer URL:

Bspw. wenn man die URL eines bestehenden Beitrags oder einer LP erneuert.

Redirect   /alte-seite.html   https://www.domain.de/verzeichnis/neue-seite.html

 

Dateiendung ändern:

Wenn du bspw. dauerhaft Dateiendungen von .html auf .php ändern möchtest

RedirectMatch   301   (.*)\.html$   http://www.domain.de$1.php

 

Redirect von www auf non-www:

So gelingt der Redirect von http://www.domain.de auf http://domain.de:

RewriteEngine   On
RewriteCond   %{HTTP_HOST}   ^www\.domain\.de$   [NC]
RewriteRule   ^(.*)$   http://domain.de/$1   [L,R=301]

 

Redirect von non-www auf www:

Und noch einmal in die andere Richtung – Redirect von http://domain.de auf http://www.domain.de:

RewriteEngine On
RewriteCond   %{HTTP_HOST}   !^www\.domain\.de$   [NC]
RewriteRule   ^(.*)$   http://www.domain.de/$1   [L,R=301]

 

Für gewöhnlich wird dergleichen heutzutage jedoch über Serververwaltungs-Plattformen gelöst. So schaut es bspw. in unserer Oberfläche von Plesk aus, wenn man zwischen www und non-www Varianten wechseln möchte.

 

www und non-www per plesk

 

Vorsicht ist geboten, wenn man solche Änderungen zusätzlich manuell macht. Da kann es bspw. zum „too many redirects“-Error kommen, weil man eine Schleife im Code erzeugt.

Wie du die .htaccess-Datei nach der Einrichtung optimieren kannst

Sobald die Datei eingerichtet wurde, kann sie von den Nutzern optimiert werden. Dabei kommt es natürlich ganz auf die individuellen Bedürfnisse an. Es ist unter anderem Folgendes möglich:


Generell sollte beachtet werden, dass innerhalb der htaccess-Datei so viel wie nötig und so wenig wie möglich stehen sollte. Unnötiger Ballast sollte vermieden werden, da sie die Performance von WordPress sonst beeinflussen kann.

 

Wir hoffen, dieser Beitrag konnte dir helfen und freuen uns natürlich wieder über Fragen und Feedback in den Kommentaren!