Schwachstellen verstehen und Risiken reduzieren
WordPress ist das mit Abstand am häufigsten genutzte Content-Management-System der Welt. Deutlich über 40 Prozent aller Webseiten weltweit basieren auf WordPress. Die Beliebtheit ist Segen und Fluch zugleich. Denn Hacker machen sich diese ebenfalls zunutze und attackieren WordPress-Installationen in großem Umfang.
Die riesige Installationsbasis macht es sehr wahrscheinlich, dass sich eine bekannte oder unbekannte WordPress Sicherheitslücke auf vielen Webseiten ausnutzen lässt. Die Angriffsfläche von WordPress vergrößert sich durch die flexiblen Erweiterungs- und Designmöglichkeiten mit den unzähligen verfügbaren Plugins und Themes. Dazu kommt, dass sich Plugins und Themes grundsätzlich aus beliebigen Quellen installieren lassen.
Mittlerweile stellen Sicherheitslücken in Plugins und Themes das Haupteinfallstor für Angreifer und Malware-Kampagnen dar. Fast täglich werden neue Sicherheitslücken bekannt, die so schnell wie möglich geschlossen werden müssen.
Im folgenden Blogbeitrag erfährst du, wie WordPress Sicherheitslücken entstehen, was Zero-Day-Sicherheitslücken sind und wie du deine WordPress-Installation aktiv vor dem Ausnutzen von Sicherheitslücken schützt.
Inhaltsverzeichnis
1. Was sind WordPress Sicherheitslücken und wie entstehen sie?

WordPress-Sicherheitslücken sind Schwachstellen oder Fehler in der WordPress-Software, die es Angreifern ermöglichen, unbefugten Zugriff auf deine Webseite zu erlangen oder diese zu manipulieren.
Diese Lücken können in verschiedenen Bereichen von WordPress auftreten, einschließlich der Kernsoftware, Plugins, Themes oder der Serverumgebung. Wenn diese Schwachstellen ausgenutzt werden, können sie zu ernsthaften Sicherheitsproblemen führen, wie z. B. Datenverlust, Seitenmanipulation oder sogar vollständigem Hacken der Webseite.
Solche Lücken ermöglichen z. B.:
Zugriff auf die Datenbank
Einschleusen von Schadcode
Änderung oder Löschung von Inhalten
Auslesen sensibler Benutzerdaten
Was sind Zero-Day-Sicherheitslücken?
Im Zusammenhang mit WordPress Sicherheitslücken ist immer wieder von sogenannten Zero-Day-Sicherheitslücken die Rede. Eine Zero-Day-Sicherheitslücke ist eine bisher unentdeckte und dem Entwickler der Software nicht bekannte Sicherheitslücke.
Für diese Sicherheitslücke existiert noch kein Sicherheitsupdate. Angreifer, die solche Sicherheitslücken entdecken, können sie bis zur Veröffentlichung und Installation eines Updates für ihre Zwecke missbrauchen. Unter Umständen erlangen sie volle Kontrolle über eine WordPress-Installation oder stehlen sensible Daten, ohne dass der Administrator das verhindern kann.
Oft werden spezielle Zero-Day-Exploits entwickelt, mit denen sich die Schwachstelle automatisiert bei vielen WordPress-Installationen gleichzeitig ausnutzen lässt. Zero-Day-Sicherheitslücken stellen ein hohes Risiko dar. Die Entwickler sind bemüht, solche Lücken nach dem Bekanntwerden so schnell wie möglich zu schließen.
Im Prinzip hat der Entwickler dafür aber nur null Tage Zeit. Daher auch der Name Zero-Day-Sicherheitslücke.
Mit jedem Plugin oder Theme installierst du externen Quellcode, der tief ins System eingreift:
-
Plugins können Funktionen registrieren, auf Datenbankinhalte zugreifen, Formulare bereitstellen, Uploads ermöglichen – das alles sind mögliche Einfallstore, wenn der Code nicht sauber geschrieben und hinterlegt ist.
-
Themes greifen ebenfalls auf wichtige Systemfunktionen zu und enthalten oft eigene Skripte oder sogar eigene Frameworks.
-
Besonders kritisch sind kostenlose Plugins/Themes aus inoffiziellen Quellen – hier wird oft Schadcode eingebaut (z. B. Backdoors, Spam-Links, Malware) – achte daher unbedingt auf seriöse Quellen, wie das WordPress Repository oder bekannte Anbieter.
💡FAKTEN CHECK
Die Erfassung von Sicherheitslücken gehört zu den gut dokumentierten Prozessen bei WordPress. Zuletzt zeigte sich ein historischer Höchststand. Verschiedene Angaben sprechen von einem Anstieg zwischen ca. 34 % und 42 % im Vergleich von 2024 auf 2025.
| Metrik | Wert (2024 – 2025) |
|---|---|
Dokumentierte Schwachstellen |
7.966 (2024) – 11.334 (2025) |
Jährliches Sicherheitslückenwachstum |
+ 42 % im Vorjahresvergleich |
Tägliche Neuentdeckungen |
ca. 31 bis 36 Sicherheitslücken pro Tag |
Anteil von Plugins an Gesamtlücken |
91 % bis 96 % |
Anteil von Themes an Gesamtlücken |
4,0 % bis 6,0 % |
Sicherheitslücken im WordPress Core |
< 0,1 % bis 0,2 % |
Anteil unauthentifizierter Lücken |
43 % (2024) bis 57 % (2025) |
Zero-Day-Quote bei Veröffentlichung |
46 % (kein Patch bei Disclosure) |
Durchschnittliche Zeit bis zur Massenausnutzung |
5 Stunden nach Veröffentlichung |
Tägliche beschädigte Installationen |
10.000 bis ca. 13.000 Webseiten |
Quellen: Patchstack
Was sind Ursachen für WordPress Sicherheitslücken?

Eine WordPress-Sicherheitslücke entsteht, wenn Schwachstellen im System oder in den verwendeten Komponenten wie Themes, Plugins, Server-Konfigurationen oder der WordPress-Installation selbst vorhanden sind. Diese Schwachstellen können von Angreifern ausgenutzt werden, um Zugriff auf eine Webseite zu erlangen, Daten zu stehlen oder die Seite zu manipulieren.
Da WordPress ein Open-Source-System ist und jeder daran mitarbeiten kann, können Fehler in Tools oder sogar dem Code immer mal wieder auftauchen. Am häufigsten betroffen sind:
-
Schlechte oder fehlende Sicherheitsprüfung bei der Plugin-/Theme-Entwicklung
-
Veraltete Versionen, die bekannte Lücken enthalten
-
Zu viele oder schlecht gewartete Plugins
- Fehlende Updates auf Seiten der Nutzer
-
Unsichere Programmierung (z. B. direktes Auslesen von
$_GEToder$_POSTohne Prüfung)
| Gründe | Erklärung |
|---|---|
Veraltete WordPress Core Versionen |
Ältere WordPress-Versionen können bekannte Sicherheitslücken enthalten. Werden Sicherheitsupdates nicht installiert, können Angreifer gezielt bereits dokumentierte Schwachstellen ausnutzen. |
Veraltete Plugins und Themes |
Auch Plugins und Themes können Sicherheitslücken enthalten. Besonders verbreitete Erweiterungen sind für Angreifer interessant, da bekannte Schwachstellen potenziell auf vielen Webseiten ausgenutzt werden können. |
Falsche Benutzerrollen und Zugriffsrechte |
Zu viele Administratoren oder falsch vergebene Rechte erhöhen das Sicherheitsrisiko. Nutzer sollten deshalb immer nur die Berechtigungen erhalten, die sie tatsächlich benötigen. |
Schwache Passwörter |
Einfache oder mehrfach verwendete Passwörter erleichtern Angriffe auf WordPress-Accounts erheblich. Sichere, individuelle Passwörter und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung bieten zusätzlichen Schutz. |
Menschliche Fehler |
Fehlkonfigurationen, fehlerhafte Implementierungen oder eine unregelmäßige Wartung können neue Schwachstellen schaffen. Regelmäßige Kontrollen, Updates und Backups reduzieren dieses Risiko. |
Bleibe immer auf dem neuesten Stand und informiere dich regelmäßig über aktuelle WordPress Versionen, wie zum Beispiel WordPress 7.0 und WordPress 7.1.
Bei großen WordPress Releases empfehlen wir:
Teste das Update zunächst in einer Staging-Umgebung. Bei geschäftskritischen Webseiten solltest du außerdem einige Tage auf Rückmeldungen und Erfahrungswerte zu dem neuen Update warten, bevor du es direkt installierst.
Bei Security-Releases:
Sicherheitsupdates solltest du dagegen zeitnah installieren, sie schließen kritische Sicherheitslücken und schützen deine Webseite.
‼️ WordPress 7.1.2 wurde am 22. September 2026 als Sicherheitsupdate veröffentlicht. Das Update behebt eine kritische Schwachstelle. Wir empfehlen dir, dieses Sicherheitsupdate direkt einzuspielen.
Wie erkenne ich Sicherheitslücken auf meiner Webseite?

Werden bei WordPress Sicherheitslücken entdeckt, werden sie zeitnah veröffentlicht. Sicherheitslücken können sich auf deiner Webseite ganz unterschiedlich bemerkbar machen – im schlimmsten Fall durch einen Hacker-Angriff. Aber nicht immer fallen Sicherheitslücken wirklich auf – solltest du allerdings mitbekommen, dass es bekannte Schwachstellen in Tools gibt, die du integriert hast, solltest du zügig ein Update deiner Webseite machen.
Anzeichen dafür können sein:
- Ungewöhnliche Aktivitäten, wie zum Beispiel neue Benutzer, nicht initiierte Veränderungen, ungewöhnliche Traffic-Spitzen, Fehlermeldungen oder Weiterleitungen auf Phishing Seiten.
- Veränderte oder eingefügte Dateien, ob neue Dateien oder unbekannte Ordner auf deinem Server sowie schadhafte Code Snippets (z. B. „base64_encode“ oder „eval()“).
- Extrem langsame Ladezeiten, die du dir nicht erklären kannst und plötzlich auftreten können auf Malware oder Spam-Verteilung hinweisen.
- SEO-Probleme und Spam, vor allem wenn Google deine Seite als gehackt markiert, Warnungen über Sicherheitsprobleme meldet oder du unbekannte Verlinkungen auf deiner Webseite findest.
- Zugriffsprobleme, wenn du nicht mehr auf dein Dashboard oder Backend zugreifen kannst, falsche Login-Versuche oder sogar beim Einloggen blockiert wirst.
Aktuelle Studien belegen eine Verschlechterung der digitalen Sicherheitslage in Deutschland. Das zeigt ein stagnierender Sicherheitsindex von 55,7 Punkten (2025) – einhistorischer Tiefstand.
Grund dafür sind zunehmende Sicherheitsvorfälle. Da WordPress mit einem gesamten Markanteil von über 43 % der CMS das meistgenutzte Tool für Webseiten ist, ist ein Cyberangriff auf WordPress Webseiten leider häufig der Fall.
Besonders auffällig:
Die Zahl der erlebten Sicherheitsvorfälle erreichte zuletzt einen neuen Höchststand. Gleichzeitig besteht eine große Lücke zwischen Wissen und tatsächlichem Verhalten. Während das Sicherheitswissen der Nutzer bei 90,5 Punkten liegt, erreicht das praktische Sicherheitsverhalten lediglich 52,9 Punkte.
Quellen: ARIX Research 2025 | DsiN-Sicherheitsindex 2025 | Datensicherheit.de | W3Techs |
Typische Sicherheitslücken von WordPress im Detail

Du kannst nicht alle Sicherheitslücken bei WordPress kennen – vor allem, weil immer mal wieder neue Arten davon auftauchen. Es schadet aber nicht, zu wissen, welche Sicherheitslücken am häufigsten ein Problem darstellen und mit welchem Teil deiner Webseite (WordPress Core, Plugins, Theme) sie verbunden sind.
Wir schlüsseln das hier einmal für dich auf – gerne abspeichern, dann kannst du immer wieder darauf zugreifen.
| Sicherheitslücke | Was passiert? | Fundort | Ursache | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
SQL-Injection |
Angreifer schleusen manipulierte SQL-Befehle ein, um Daten auszulesen, zu verändern oder zu löschen. |
Plugins, seltener Themes, sehr selten WordPress Core |
Benutzereingaben werden ungeprüft direkt an Datenbankabfragen übergeben. |
Ein Formular speichert Eingaben ohne Prüfung in der Datenbank und ermöglicht dadurch manipulierte SQL-Abfragen. |
Cross-Site-Scripting (XSS) |
Schadcode wird in eine Webseite eingeschleust und im Browser anderer Nutzer ausgeführt. Dadurch können z. B. Sitzungen oder Daten kompromittiert werden. |
Plugins und Themes, gelegentlich Core-Funktionen |
Eingaben werden vor der Ausgabe nicht ausreichend bereinigt oder escaped. |
Ein Kommentarfeld gibt eingegebenen JavaScript-Code ungefiltert auf der Webseite aus. |
Cross-Site Request Forgery (CSRF) |
Ein eingeloggter Nutzer wird unbemerkt dazu gebracht, eine Aktion mit seinen bestehenden Rechten auszuführen. |
Meist Plugins und Theme-Optionen |
Fehlende oder fehlerhafte Nonce-Prüfung bei Formularen und Aktionen |
Ein Admin öffnet einen präparierten Link und löst dadurch ungewollt eine administrative Aktion aus. |
Remote Code Execution (RCE) |
Angreifer können eigenen Code direkt auf dem Server ausführen und damit unter Umständen die komplette Webseite übernehmen. |
Vor allem unsichere Plugins, gelegentlich Themes |
Ungeprüfte Eingaben oder Uploads werden von Funktionen wie eval() oder include() verarbeitet. |
Ein unsicherer Datei-Upload erlaubt das Hochladen und Ausführen einer PHP-Datei. |
Unsichere Datei-Uploads |
Gefährliche Dateien können auf den Server gelangen und dort zur Manipulation oder Ausführung von Schadcode genutzt werden. |
Häufig Plugins mit Upload-Funktion, z. B. Formulare oder Galerien |
Dateityp, MIME-Type, Dateiname oder Speicherpfad werden nicht ausreichend geprüft. |
Ein Plugin prüft lediglich die Dateiendung und akzeptiert beispielsweise eine manipulierte Datei wie bild.jpg.php. |
Backdoors und Malware in Themes |
Manipulierter Theme-Code enthält versteckte Zugänge oder Schadfunktionen, über die Angreifer später auf die Webseite zugreifen können. |
Vor allem Themes aus inoffiziellen oder unseriösen Quellen |
Absichtlich eingeschleuster und häufig verschleierter Schadcode |
Ein „nulled“ Premium-Theme enthält versteckten Code in der functions.php, über den externe Zugriffe möglich werden. |
Alleine im vergangenen Jahr 2024 wurden 68 % mehr Sicherheitslücken bei WordPress als im Vorjahr gemeldet. In 2025 waren es nochmals ca. 42 % mehr als 2024.
Die rasant steigende Zahl zeigt allerdings auch, dass bei ca. 46 % aller in 2025 veröffentlichten Schwachstellen zum Zeitpunkt der Bekanntmachung nicht über einen Patch verfügt wurde. Zusätzliche Risiken entstehen durch Plugins, die wegen ungelöster Sicherheitsmängel aus dem WordPress Verzeichnis genommen werden. Da WordPress hierzu keine Informationen im Repo ausspielt, bleiben viele der Plugins weiterhin auf der Seite aktiv.
Das führt zu extremen Folgeschäden:
- Auf 72,7 % der betroffenen Webseiten wird aktive Schadsoftware hinterlegt,
- 69,6 % weisen konstant kritische Hintertüren auf,
- 46,7 % werden für verdeckte SEO-Spam-Injektionen missbraucht – das führt zu Abstrafungen auf Google und dem Verlust von Sichtbarkeit in Suchmaschinen
Quelle: dev.to | hidemywpghost.com | Patchstack State of WordPress Security 2026
Vergleich – Unterschiede in den Sicherheitslücken von Core, Plugin und Theme

Es ist allgemein bekannt, dass die allermeisten Sicherheitslücken bei WordPress durch Plugins entstehen. Daher ist es spannend zu vergleichen, wie mit verschiedenen Arten von Sicherheitslücken bei WordPress intern umgegangen wird.
| Aspekt | WordPress Core | Plugins | Themes |
|---|---|---|---|
Herkunft des Codes |
Offiziell, von der WordPress Foundation gepflegt |
Drittanbieter, große Qualitätsunterschiede |
Drittanbieter oder individuell entwickelt |
Verbreitung von Lücken |
Selten, da streng geprüft |
Sehr häufig – Hauptquelle für Hacks |
Weniger häufig, aber oft mit hohem Risiko |
Update-Frequenz |
Regelmäßig, mit Sicherheits-Patches |
Unterschiedlich – von täglich bis gar nicht |
Sehr unterschiedlich, oft selten aktualisiert |
Typische Schwachstellen |
In seltenen Fällen XSS, REST-API-Lücken |
XSS, SQL-Injection, RCE, CSRF, fehlende Rechteprüfungen |
Unsichere Template-Dateien, offene Datei-Uploads, Backdoors |
Sicherheitsstandard |
Hoch – Peer-Review, automatisierte Tests |
Stark schwankend – je nach Entwickler |
Meist niedriger, Fokus liegt oft auf Optik statt Sicherheit |
Pflegeaufwand |
Gering – wird zentral gewartet |
Hoch – du musst regelmäßig prüfen und aktualisieren |
Hoch – v. a. bei Custom-Themes wichtig |
Risiko bei veralteter Version |
Mittel – wird oft schnell gepatcht |
Hoch – bekannte Lücken werden schnell ausgenutzt |
Hoch – v. a. bei kostenlosen Themes aus unseriösen Quellen |
Verantwortung |
WordPress-Team |
Du als Betreiber (Auswahl & Pflege) |
Du als Betreiber (Auswahl & ggf. Entwicklung) |
Die Verteilung der Sicherheitslücken bei WordPress bleibt durchaus interessant, dabei bilden über 96 % aller neuen WordPress‑Schwachstellen Plugins, Themes ca. 3 % und der WordPress Core nur etwa 0,2 %.
2. Sicherheitslücken bei WordPress schließen – Tutorial

Wenn du eine Sicherheitslücke auf deiner Website festgestellt hast oder du weißt, dass eines deiner Plugins oder Tools eine Sicherheitslücke aufweist, zählt jede Minute. Hacker und Malware können innerhalb weniger Stunden deine Webseite befallen.
Wenn du von einer bekannten Sicherheitslücke erfahren hast oder wenn dur dir sicher bist, dass deine Webseite akut von einer Sicherheitslücke betroffen ist, rufe deinen WordPress Hoster an und bitte ihn um Hilfe.
Die Experten können dir schneller helfen und dich bei der korrekten Umsetzung einer Lösung unterstützen.
Aktuell kann es häufiger zu Sicherheitsupdates kommen, da immer mehr Sicherheitslücken auftreten. Das liegt vor allem an automatisierten KI-gesteuerten Botangriffen.
Isolation und erste Hilfe
Wenn du feststellst, dass deine Webseite gehackt wurde, solltest du sie vom Netz nehmen und in den Wartungsmodus versetzen. So kannst du in aller Ruhe im Hintergrund das Problem beheben, ohne dass es für deine Nutzer zu größeren Problemen kommt (z. B. Spam, Malware‑Verteilung, Google‑Blacklist).
👉🏻 Wie du deine Webseite in den Wartungsmodus versetzt, erklären wir dir hier.
Zugänge kontrollieren und Passwörter zurücksetzen
1.Ändere die Passwörter aller Admin-Zugänge:
- FTP/SFTP,
- Datenbank (MySQL) und
- das Hosting-Panel (cPanel/Plesk/Kundenbereich)
2. Beende alle aktiven Benutzersitzungen, sodass alle Nutzer ausgeloggt werden und sich neu anmelden müssen.
3. Überprüfe die Benutzerliste auf unbekannte neue Admin-Konten und lösche gegebenenfalls unbekannte User.
So gehst du vor:
- Gehe im WordPress-Backend auf Benutzer
- Klicke auf Alle Benutzer und filtere ggf. nach Administrator.
- Lösche unbekannte Accounts, um den Zugriff des Angreifers zu unterbinden.
Alles rund um das Thema Benutzerrollen und Benutzerrechte bei WordPress kannst du hier nachlesen:
Updates installieren
Bis eine Sicherheitslücke beim Nutzer bekannt wird, gibt es meist bereits von den betreffenden Stellen ein Sicherheitsupdate. Prüfe, worum es sich dabei handelt, und spiele – nach Erstellen des Backups – das Sicherheitsupdate ein. Außerdem helfen Updates, das System zu refreshen und gegebenenfalls Fehler direkt zu beheben.
Malware Scan durchführen und Webseite bereinigen
Das manuelle Prüfen über das Erstellungsdatum ist als unerfahrener Nutzer eher unsicher – denn dabei könntest du wichtige Dateien löschen.
Wir empfehlen daher die Verwendung eines Sicherheits-Plugins, wie Imunify Security, das dein System automatisch nach falscher oder schädlicher Software oder Code-Strukturen scannt und verdächtige Dateien sicher entfernt.
Gezielte Informationen zum Umgang mit der WordPress Datenbank findest du hier:
💾 Die WordPress Datenbank erstellen und richtig verwalten.
📀 Die WordPress Datenbank optimieren – mehr Performance für dein WordPress.
3. Best Practices zum Schutz vor WordPress Sicherheitslücken

Tipps und Tricks für mehr Sicherheit bei WordPress

Updates und WordPress Wartung regelmäßig durchführen
Als WordPress Nutzer solltest du immer darauf achten, dass deine genutzte WordPress Version eine aktuelle Version ist. Oft enthalten diese aktuelle Fehlerbehebungen und schließen Sicherheitslücken. Gleichermaßen verhält es sich auch bei Plugins und Themes.
Zentrale Updates solltest du daher regelmäßig selbst durchführen oder von Experten fachgerecht umsetzen lassen. Das kann dir dabei helfen, auftretende Fehler durch Updates direkt beheben zu lassen, ohne dass du dich selbst mit der Fehlersuche quälen musst.
Mehr Informationen zum Thema richtige WordPress Wartung kannst du hier nachlesen.
👉🏻 Warum die richtige WordPress Wartung so wichtig für deine Webseite ist.
Backups und Wiederherstellung
Kein Backup – kein Mitleid.
Dieser Ansatz ist leider die Realität, denn wir können nur immer wieder sagen: bitte macht tägliche Backups eurer Webseite.
Im Ernstfall eines Cyber-Angriffs auf eure Webseite, ist es wichtig, eure Daten mit wenigen Klicks wiederherstellen zu können – sonst kann der Schaden immens werden. Wenn du dir nicht sicher bist, wann, ob oder in welchem Zeitraum Backups deiner Seite gemacht werden, frag gerne bei deinem Hoster nach – diese werden dort meist automatisch und auf täglicher Basis durchgeführt. Wir machen beispielsweise täglich automatisierte Backups aller Webseiten.
Plugins und Themes nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren
Da bei Plugins und Themes die Häufigkeit von Sicherheitslücken am höchsten ist, solltest du auch auf vertrauenswürdige Quellen wie das WordPress-Repository, den Anbieter direkt oder zum Beispiel Theme Forest achten.
Der Umgang von WordPress in Bezug auf die Sicherheit von Plugins und Themes
Bevor Plugins oder Themes im WordPress veröffentlicht werden, werden sie grundsätzlich auf Sicherheitslücken und standardisierte Sicherheitsaspekte geprüft. Sind Updates verfügbar, informiert dich dein WordPress-Backend. Werden Schwachstellen über einen gewissen Zeitraum nicht geschlossen, entfernt das WordPress-Team das Plugin oder Theme aus dem Repository.
Anders sieht das bei Plugins und Themes aus anderen Quellen aus. Hier gibt es in der Regel keine unabhängigen Kontrollen.
Bei renommierten und regelmäßig gepflegten Plugins mit einer bestimmten Installationsbasis ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bekannte Sicherheitslücken schnell geschlossen werden. Zudem ist es unter Umständen sinnvoll, auf kommerzielle Plugins und Themes zu setzen. Hier sorgt der Hersteller schon aus kommerziellem Interesse für Sicherheitsupdates und entsprechenden Support.
Nicht genutzte Plugins und Themes löschen
Oft werden Plugins oder Themes installiert, ausprobiert und anschließend nicht mehr genutzt. Anstatt das ungenutzte Tool in deiner WordPress Installation liegenzulassen, solltest du das Plugin deinstallieren und löschen. Ungenutzte Plugins bieten leider einen einfachen Zugang für Hacker, da sie meistens keine Updates mehr enthalten.
Zwei-Faktor-Authentifizierung
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) fügt eine zusätzliche Sicherheitsebene in deinen WordPress Login Prozess hinzu. Dabei werden beim Login neben deinem Passwort meist auch ein Zahlen-Code abgefragt, also eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Diese werden meist über SMS oder E-Mail-Adressen verschickt. Das hilft dabei, Login-Versuche von unautorisierten Dritten zu verhindern, da diese keinen Zugriff auf dein Smartphone oder private Mails haben.
Bei einigen Sicherheits-Plugins wie Wordfence ist die 2FA standardisiert integriert.
Die richtigen Sicherheits-Plugins verwenden

Wie bereits kurz angesprochen, können die richtigen Sicherheitstools bzw das richtige Security Plugin dir dabei helfen, Malware, manipulierte Dateien, verdächtige Loginversuche und bekannte Schwachstellen schneller zu erkennen.
Dein Security Plugin ersetzt allerdings keine regelmäßigen Backups oder Updates.
Informiere dich hier auch über das neue Imunify Security Plugin, das dir Sicherheitsanalysen direkt in deinem WordPress Dashboard anzeigt.
| Aspekt | WP Cerber | Wordfence | SolidWP |
|---|---|---|---|
Kosten |
Kostenlos und ab 29 $ im Quartal |
Kostenlos und ab 149 $ pro Jahr |
Kostenlos |
Schutz vor Brute-Force-Angriffen |
Ja, bietet umfassenden Schutz, einschließlich IP-Blockierung |
Ja, mit einer erweiterten Rate-Limiting-Funktion |
Ja, blockiert IPs nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen |
Malware-Schutz |
Ja, blockiert und erkennt Malware, aber weniger umfassend als Wordfence |
Ja, sehr gründlich, scannt in Echtzeit und bietet automatische Malware-Entfernung |
Eingeschränkter Malware-Schutz, weniger umfassend |
Firewall |
Ja, schützt vor DDoS und anderen Angriffen |
Ja, mit einer Web Application Firewall (WAF) |
Keine umfassende Firewall-Funktion, nur begrenzter Schutz |
Zwei-Faktor-Authentifizierung |
Ja, unterstützt 2FA für zusätzlichen Schutz |
Ja, 2FA ist in der Premium-Version verfügbar |
Keine native Unterstützung für 2FA (erfordert zusätzliche Plugins) |
Überwachung von Login-Versuchen |
Ja, überwacht und blockiert verdächtige Anmeldungen |
Ja, mit Echtzeit-Benachrichtigungen über Anmeldeversuche |
Ja, jedoch weniger detailliert als WP Cerber und Wordfence |
Sicherheitslücken-Scanning |
Nein, keine umfassende Lückenanalyse |
Ja, scannt regelmäßig nach bekannten Schwachstellen und Sicherheitslücken |
Nein, keine spezifische Funktion zur Überprüfung von Sicherheitslücken |
IP-Blocking und Blacklist |
Ja, blockiert automatisch verdächtige IPs |
Ja, blockiert IPs und Länder mit hohem Risiko |
Ja, blockiert IPs bei wiederholten Angriffen |
Regelmäßige Sicherheits-Updates |
Ja, regelmäßige Updates zur Sicherstellung des Schutzes |
Ja, regelmäßig mit neuen Sicherheits-Patches |
Ja, bietet regelmäßige Updates, aber weniger häufig als Wordfence und WP Cerber |
5. WordPress Sicherheitslücken kennen und davor schützen

Das Kennen der Existenz von Sicherheitslücken bei WordPress ist das Eine – sich proaktiv davor zu schützen besonders wichtig. Denn oft ist es auch von dir als Nutzer abhängig, Sicherheitslücken ordentlich vorzubeugen, indem du regelmäßig Updates deiner Webseite durchführst.
Natürlich ist das nicht alles, deswegen empfehlen wir ein gutes Sicherheitsplugin, dass deine Webseite regelmäßig scannt. Wenn du die Sicherheit deiner Webseite gerne in professionelle Hände abgeben möchtest, kannst du auch eine Agentur und einen Wartungs-Service damit beauftragen.
Sicherheitslücken auf deiner Seite zu erkennen, zu verstehen und direkt schließen zu können ist demnach ein wichtiger Sicherheitsaspekt für deine gesamte WordPress Webseite.