Achtung Webmaster: Google bestraft bald langsame Webseiten

Google redet Klartext! Mehr als 53% aller Besuche werden abgebrochen, wenn eine Seite länger als 3 Sekunden lädt – so Google. Die meisten Webseitenbetreiber haben es bereits schon lange vermutet: Google bestätigt jetzt offiziell den Fakt, dass langsame Webseiten im Ranking anders bewertet werden als schnelle Webseiten. Ab Juli 2018 werden nun auch mobile Seiten vom Suchmaschinengigant genau unter die Lupe genommen. 

In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Infos zusammen und erklären worauf Webmaster nun achten sollten.

Bereits letzte Woche erreichte uns ein offizielles Schreiben per Post von Google, wo auf diese Thematik aufmerksam gemacht wird (siehe Foto am Ende des Beitrags). Nun kündigt Google das Thema „mobile speed“ auch offiziell in seinem Blog an. Bereits im Jahr 2010 gab es eine Ankündigung von Google zum Thema „Site Speed“.

Quelle: Google/SOASTA Research, 2017

„The “Speed Update,” as we’re calling it, will only affect pages that deliver the slowest experience to users and will only affect a small percentage of queries. It applies the same standard to all pages, regardless of the technology used to build the page. The intent of the search query is still a very strong signal, so a slow page may still rank highly if it has great, relevant content.“ Quelle: Google

 

 

 

Der ewige Mythos: Pagespeed Score

Wir bei HostPress haben von Anfang an die schnelle Ladezeit einer Webseite im Fokus unseres Handelns gehabt. Viele Nutzer denken immer noch es wäre entscheidend, dass Sie einen möglichst hohen Pagespeed Score haben und vernachlässigen dabei die eigentliche Ladezeit Ihrer Webseite. Dabei sieht die Realität anders aus. Selbst Top Webseiten mit super Google Rankings, haben keinen besonders guten Pagespeed Score.
Auf die Ladezeit kommt es an! Das ist alles was die Besucher einer Webseite wirklich merken. Genauer gesagt auf den TTFB ( Time to first byte). Wer surft schon gerne auf einer langsamen Webseite oder wer würde gemütlich auf Amazon surfen, wenn jeder Seitenaufbau 3 Sekunden oder länger dauert?
Gerne verweisen wir an dieser Stelle auch auf den Artikel „Demystifizierung des Google PageSpeed Insights Tools“ von Torben Leuschner.

Website Speed Test von wordpress.org (Quelle: Pingdom)

 

„Was kann ich tun, um einen 100% Pagespeed Score zu haben?“

Diese Frage hören wir im Tagesgeschäft sehr oft. In der obigen Grafik haben wir als Beispiel mal einen Pingdom Website Speed Test über WordPress.org laufen lassen. Selbst hier kommt „nur“ ein Performance-grade von 78 raus. Für viele Webseitenbetreiber wäre das jetzt Grund zur Panik und es wird krampfhaft versucht mit Techniken wie Minifiy und Combine (am liebsten im „Activate ALL“ Prinzip) die Webseite so zu optimieren, dass ein möglichst guter Score erzielt wird. Die unangenehmen Nebeneffekte solcher Optimierungen können aber auch längere Ladezeiten oder für den Besucher ein optisch ruckelnder Seitenaufbau sein, da z.B. mehrere CSS Files in eine Datei zusammengefasst wurden und so der Download länger dauert und auch das Rendering dadurch auf die CSS Datei warten muss. In Zeiten von HTTP/2 empfehlen wir unseren Kunden auf Combine zu verzichten und stattdessen von den parallelen Downloads des HTTP/2 Protokolls zu profitieren. Viele kleine Dateien können schneller geladen werden als eine große Datei. Hier ein Beispiel. Wir bilden dieses Thema z.B. mit unserem RocketCache – eine Kombination aus dem Plugin WP Rocket und einer speziellen nginx Webserver Konfiguration komplett ab.

 

Time to first byte: Ladezeit ist alles!

Wir haben über Monate verschiedenste Performance Konfigurationen bei WordPress Webseiten getestet. Das Ergebnis war in fast allen Fällen dasselbe: Für optimale Seitenauslieferung und möglichst wenig Darstellungsfehler empfiehlt sich eine einfache Konfiguration ohne zu viele Combine / Minifiy. Wir könnten hier nun noch viel tiefer darauf eingehen, welche Optimierung sich wie auswirkt. Stattdessen geben wir lieber unsere Empfehlung ab, die für normale WordPress Webseiten in der Regel die beste Lösung ist. Natürlich gibt es immer Ausnahmen und auch Fälle, wo og. Techniken zu besseren Ergebnissen führen. Die Unterschiede sind aber meist so minimal, dass es keinen Sinn macht dafür das Risiko von Combine & Co. in Kauf zu nehmen. Davon ab sollten solche Konfigurationen immer geprüft werden und auch ein vorher/nachher Vergleich gemacht werden.

 

Unser Fazit nach der Optimierung von über 100 Webseiten

Fokus auf Ladezeit richten! Niedrige TTFB (Time to first byte) Werte sollten ganz klar im Vordergrund stehen. Hier ein Beispiel unserer eigenen Webseite anhand des Pingdom Speed Tests. Das initiale HTML Dokument ist nach 0,22 Sekunden geladen. Für den Besucher beginnt nun schon die Darstellung der Webseite. Wichtig zu wissen bei solchen Tests: Eingebundene Skripte aus externen Quellen (z.B. Besuchertracker) können die Gesamtladezeit bei solchen Test negativ beeinflussen. Die optische Darstellung für den Besucher sollte jedoch durch asynchrones Laden dieser Skripte nie beeinflusst werden.

 

 

Checkliste – auf was man bei der Performance Optimierung achten sollte:

  • Niedrige TTFB Zeiten (max. 1 Sekunde, weniger ist besser)
  • Geringe Dateigrößen (mobile Besucher mit schlechter Datenverbindung nicht vergessen!)
  • GZIP nutzen zur Komprimierung von Dateien
  • Bilder verlustfrei komprimieren – z.B. mit TinyPNG oder Imagify
  • Unnötige Plugins deaktivieren und löschen (bei WordPress)
  • HTML Page Caching (größte TTFB Auswirkung!)
  • HTTP/2 verwenden für parallele Downloads
  • Auf einen performanten Hoster setzen – z.B. HostPress 🙂
  • Minify / Combine / Lazyload / Render-blocking Features mit Vorsicht genießen und ganz wichtig:
  • Jede Optimierung immer optisch in einem Browser-Inkognito Fenster prüfen!

Im Bereich WordPress haben wir mit dieser Checkliste in den letzten Jahren mehr als 100 Webseiten manuell optimiert und so meist Performanceverbesserungen > 300% erzielt. Seiten die jetzt in einer Sekunde oder weniger laden, hatten vorher Ladezeiten größer drei Sekunden.

 

Fokussiere dich auf dein Kerngeschäft!

Im Thema Pagespeed Optimierung kann man sich schnell verlieren. Dauernd kommen neue Technologien und Optimierungsansätze auf den Markt. Klar ist es wichtig, darüber bescheid zu wissen, aber besprecht solche Dinge doch besser mit eurem Webhoster. Managed Webhoster wie HostPress haben hier ein breites Erfahrungsspektrum und können vorallem bei Fehlern während der Optimierung schnell Abhilfe schaffen.

Sprecht euren Webhoster auf dieses Thema an, wenn ihr mit eurer Ladezeit unzufrieden seid.

Gerne führen wir auch für WordPress Webseiten eine kostenlose Erstanalyse durch. Bitte dazu einfach unser Kontaktformular ausfüllen und wir prüfen, ob euer WordPress performant läuft.

 

 

Über den Autor

Marcus Krämer ist Gründer von HostPress® – dem schnellsten Managed WordPress Hosting Deutschlands. Er hat 15 Jahre Praxiserfahrung im Bereich Webhosting und Webentwicklung und hat sich seit 2013 mit seiner Firma komplett auf WordPress als CMS für die Entwicklung von Webseiten spezialisiert. Daraus erfolgt 2016 die Gründung von HostPress. Der Fokus von HostPress liegt auf Hosting & Optimierung von businesskritischen B2B Webseiten.

 

Weiterführend Inhalte:

Briefmailing von Google an Google Partner in Deutschland aus Januar 2018:

Achtung Webmaster: Google bestraft bald langsame Webseiten
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